Exzellente Musiker mit vielseitigem Spektrum: das Daniel-Speer-Bläserquintett aus Pecz

Makellose Virtuosität in allen Stimmen. Das begeisterte Publikum in der Stadtkirche forderte mit seinem Applaus zwei Zugaben

NEUSTADT – Am vergangenen Sonntag wartete das Daniel-Speer-Bläserquintett aus Pecz/Ungarn in der Stadtkirche zu Neustadt mit einem vielfältigen und interessanten Programm auf.

Das 1990 gegründete Bläserquintett – Gábor Hammer und Zoltán Horváth (Trompeten), Árpád Pétersz (Horn), Zoltán Sörfôzô Posaune) und Zsolt Maronics (Tuba) – verfügt in allen Stimmen über eine makellose Virtuosität, erstaunlich flexible Tongebung und differenzierte Dynamik.

Die zahlreiche Zuhörerschaft wurde sogleich mit dem Präludium zum „Te Deum” von M.A. Charpentier, das ja als Erkennungsmelodie der Eurovisionssendungen Weltpopularität erlangt hat begrüßt.

Die Wiedergabe der Bearbeitung einer Orgelfuge von J.S.Bach genügte höchsten Ansprüchen.

Erfreulich und besinnlich zugleich der Sarabandensatz aus E. Griegs „Holberg-Suite” op. 40. Eine klanglich espressive, ausgewogene Tongebung kam hier zum Tragen. Ein virtuoser sonatensatz, dynamisch gut differenziert, von D. Speer – dem Komponisten, nach dem das Quintett sich seinen Namen gab – gefiel sehr.

Hochinteressant war die Wiedergabe einer Fantasie von H. Purcell über einen einzigen Ton, dem andauernden Quintton G von C-Dur als Orgelpunkt in der Mittelstimme – von der Posaune intoniert.

Dieser Ton G wurde von den übrigen Bläsern in allen möglichen Intervall-Varianten umspielt und fluktuierte in mannigfaltigen Dissonanz- und Konsonanz-Verhältnissen. Mit den Pieces von L. Maurer wurden zunächst die durchweg polyphon angelegten Stücke verlassen und wandten sich einer heiteren, kurzweiligen Suite in vier Sätzen im gängigen Unterhaltungsstil des 19. Jahrhunderts zu.

Das offizielle Programm endete mit der berühmten Galliarda Battaglia von S. Scheidt – ein virtuoser Leckerbissen für anspruchsvolle Blechbläser, der natürlich nicht fehlen durfte. Ein ohrenspitziges Stück!

Das begeisterte Publikum forderte durch seinen Applaus noch zwei Zugaben: Blues und Rag-Time wiesen noch einmal auf das vielseitige Spektrum dieser exzellenten Musiker hin.

September 2. 1998. Nürnberger Zeitung

„Speer Brass Quintett”: Zuhörer schnalzten sogar mit den Fingern

Das „Daniel Speer Brass Quintett” aus Pécs In Ungarn eröffnete mit einem vorzüglichen Konzert am Sonntag abend in der Stadtkirche Hersbruck die Kirchenkonzerte der Selneckerkantorei. Die exzellent musizierenden Künstler folgten einer Einladung von Kirchenmusikdirektor Karl Schmidt – er hat guten Kontakt zur Musikhochschule in Pécs – nach Hersbruck und ließen durch vollendete Technik als auch vorzügliche Gestaltung aufhorchen.

Nach einer in starhlenden Blechbläserklang musizierten Eurovisionsfanfare – sie

ist dem Dertinger Te Deum von Georg Friedrich Händel entnommen – stellte Kantor Karl Schmidt die fünf Musiker for: Zoltán Horváth, 1.Trompete,

Péter Újfalusi, 2. Trompete, Lajos Szilágyi, Horn, Zoltán Sörfôzô, Posaune, und Zsolt Maronics, Tuba. Von Marc Antoine Carpentier erklang das „Prélude” aus dem „Te Deum”, eine festliche frühbarocke Bläsermusik, die von einer Handtrommel unterstützt wurde. Von Michael Praetorius (1571-1621) folgte ein „Terpsichore”, choralartig in samtigen Klängen mit dynamischen feinsten Nuancen gestaltet. Einmalig war auch die Klang-Einheit der fünf Musiker, mit der sie auch in den raschen Sätzen überzeugten.

Exzellent gelang dem Brass Quintett die „Fuge g-moll” von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Sauber intoniert erklangen die Themen, präzis aufeinander abgestimmt die kontrapunktischen Zwischenspiele in raschem Tempo – eine virtuose Interpretation, die die Zuhörer beeindruckte. Bei Giovanni Gabrielis (1556-1612) „Canzona per Sonare” stellten sich die Musiker räumlich entfernt auf und erreichten dadurch erfreuliche Echo-Effekte im Klangbild. Wunderbar, in dunklen Farben des nordischen Romantikers Edvard Grieg (1843-1907) gelang eine „Sarabande”. Exakte Einsätze, samt-weiche Bläserklänge und saubere Intonation ergaben eine in sich geschlossene Interpretation.

Es folgte ein bewegter Bläsereinsatz einer „Sonata” von Daniel Georg Speer (1636-1707), jenes Komponisten, dessen Namen das Brass Quintett führt. Eine musikalische Rarität war die folgende „Fantasia upon one Note” von Henry Purcell (1659-1695). Über der vom Posaunisten geblasenen einen Note entfaltete sich ein filigranes melodisches und harmonisches Klangbild. In die Stilepoche der Klassik führten die transparent musizierten „Pieces” (Stücke) von Ludwig Maurer (1789-1878). Virtuos erklang eine dreisätzige „Sonata” von Henry Purcell. Der polyphone rasche letzte Satz gelang in vorzüglicher klanglicher Einheit und Präzisen Einsätzen.

Gehobene Unterhaltungsmusik rundete das Konzert ab. Transparent und dynamisch differenziert erklang die bekannte Melodie „The Entertainer” von Scott Joplin (1868-1917). Ebenso ausdrucksvoll und farbig gelang „The Pink Panther” von Henry Mancini (1924), bei dem die Zuhörer den Takt durch Schnalzen mit den Fingern Hörbar werden ließen.

Fließend und mit der Präzision eines Uhrwerks beschlossen die Musiker mit (Harlem Rag ”von Thomas Turpin (1920-1989) ein außergewöhnliches Konzert. Langanhaltender Beifall ließ noch viele Zugaben folgen, darunter „Just a clother walk with Thee”).

Februar 4. 1998. Hersbrucker Zeitung

Ungarn mit buntem Allerlei
Das Daniel Speer Brass Quintett spielte in Mögeldorf

Einen unkonventionellen und heiteren Konzertabend erlebte das Publikum mit dem ungarischen Daniel Speer Brass Quintett im Haus der Gemeinde in Mögeldorf. Dabei mußte Peter Wenger, Vorstand des Fördervereins der Reihe „Musik in Mögeldorf”, das Publikum vertrösten, da sich die fünf ungarischen Musiker offensichtlich in einem anderen Gemeindesaal eingefunden hatten.

Bei gutem Wein und leckeren Speisen aus dem „Land der Magyaren” ließ es

sich jedoch recht gemütlich warten. Die beiden Kochkünstler Claudia und

Guido Vildosola, Gemeinde- und Chormitglieder der Mögeldorfer Kantorei, überzeugten jedenfalls auf Anhieb mit schmackhaften und frisch zubereiten Spezialitäten, wie Palatschinken, Eintopf und Strudel.

Schnell gewannen jedoch auch die fünf jungen ungarischen Blechbläser (Mitglieder der Pécser Symphoniker) die Sympathien des Publikums mit dem Einzug durch den Saal zum Schritt eines New-Orleans-Trauermarsches. Dieser und viele der nachfolgenden Arrangements waren dem großen Vorbild,

den „Canadian Brass”, nachempfunden. Dabei herrschte – entgegen der Ankündigung „Festliche und heitere Musik” – der unterhaltsame Anteil bei weitem vor. Scott Joplins „Entertainer”, sowie Bernsteins „Maria” bildeten einen Höhepunkt im Potpourrie von „Pink Panther”, dem „Harlem Rag” und mexikanischen Volksliedern. Eine ungarische Polka und der „Fuchstanz”

bildeten das musikalische Pendant zur Speisekarte.

Die kostümierte Slapstick-Parodie zu Bizet’s „Carmen” paßte perfekt in die „närrische Zeit” und heizte die Begeisterung an, so daß dieser nette Abend erst nach einigen Zugaben gemütlich ausklang. Schade, daß sich – trotz aller Bemühungen der Mögeldorfer Initiatoren – nur etwa 40 Zuhörer zu diesem ungarischen Abend eingefunden hatten.

Februar 10. 1998. Frönkische Landeszeitung (Neustadt/Aisch)

  “D. Speer Brass Quintett” in Nürnberg

Symphonische Bläsermusik in superquatat konnte horen, wer das Konzert des „Daniel Speer Brass Quintetts” in der evangelischen Kirche zu Nürnberg-Mögeldorf besuchte. Was die fünf Musiker aus dem ungarischen Pécs hinsichtlich Präzision, Sonorität und schierer Spielfreude zu realisieren in der Lage sind, stunde so manchem bekannten West-Ensemble gut an.

Stupend sauber und satt der Zusammenklang bei Zoltán Horváth (1. Trompete), Péter Ujfalusi (2. Trompete), Árpád Pétersz (Horn), Zoltán Sörfôzô (Posaune) und Zsolt Maronics (Tuba). Der Herrenfünfer Klingt eigentren immer nach einem viel größeren Orchester, liefert vielfarbig schattierte Hörpanoramen mit feinen Nuancen, liebevoll modellierten Klangdetails.

Barock-Pralinen

Auf dem Programm: überwiegend Barockes von Georg Friedrich Händel (wassermusik-Sune) bis zu Henry Purcell („Sonata), von Samuel Scheidt („Gagliarda battaglia”) bis zu Matthew Locke („Music for His Majesty’s), von Marc Antoine Charpentier („Te deum”) bis zu Jean Philippe Mouret („Rondeau-Fanfare”) – Barock-Pralinen aus dem Wunschkonzertschrank des fortgeschrittenen Klassikhörers, die doch nie in Beliebigkeit versinken, sich nicht anbiedern, Eigenprofil aufweisen.

die zung mit der gemäßigten Moderne. Si wirkt beispielsweise die Bläserbearbeitung von Samuel Barbers „Adagio for strings” sehr emphatisch, transportiert einen Gutteil der syrischen Atmosphäre des Originals. Eine Entdeckung der Neutöner Malcolm Forsyth, dessen „Golyarde’s Ground” trotz düsterer Grundstimmung mit ohrwurmartiger Hartnäckingkeit im Gedächtnis beleibt.

Zum guten Schluß ziehen sie mit spruhendem „Barbiere”-Arie durch den Bläser-Kakao – und ernten frenetische Beifallsstürme.

Nürnberger Nachrichten 18. juni 1996